Am morgigen 12. Mai ist es wieder soweit: den internationalen Tag der Pflegenden nutzen vor allem die Berufspflegeverbände, um auf die Belange der Berufstätigen in Pflegeberufen aufmerksam zu machen. Die tägliche Arbeit der gut 1 Mio. pflegenden Menschen, die ihre pflegebedürftigen Angehörigen liebevoll zu Hause pflegen, soll darüber nicht vergessen werden.
Am 12. Mai wird weltweit der Tag der Pflegenden begangen. Das Datum erinnert an Florence Nightingale, die Pionierin der Pflege, die an diesem Tag Geburtstag hatte. Die Berufspflegeverbände nutzen den Tag, um Aufmerksamtkeit für ihren Berufsstand und allgemeine Pflegethemen zu erzielen. Das ist auch wichtig angesichts der geringen Wertschätzung von Beschäftigten und Selbständigen in der Gesundheits-, Kranken-, Kinder- und Altenpflege.
Auch an die nicht organisierten Pflegenden denken
Es ist jedoch genauso wichtig, an diesem Tag auch an die nicht organisierten Pflegenden zu erinnern. Am Beispiel der Deutschlandergebnisse zur Pflege im Rahmen der Pflegeversicherung wird deutlich, dass von den 2,25 Mio. Pflegebedürftigen in Deutschland im Jahre 2007 rund 54 % zum Teil von ambulanten Pflegediensten oder vollständig in Pflegeheimen betreut wurden*. Das Mengenverhältnis dürfte sich bis heute nicht groß verändert haben. Knapp die Hälfte aller pflegebedürftigen Menschen wird somit von pflegenden Angehörige zu Hause betreut.
Unter den 2,25 Mio. Pflegebedürftigen sind 63.000 Kinder und Jugendliche im Alter von 0 bis 15 Jahren. Fast alle diese Kinder und Jugendlichen (99,6 %) werden zu Hause in ihren Familien gepflegt. Auch darf hier vermutet werden, dass weniger als im Erwachsenenbereich (22,4 %) von ambulanten Pflegediensten Gebrauch gemacht wird.
Pflegebedürftigkeit betrifft nicht nur den Pflegebedürftigen selbst, sondern beeinflusst das Leben aller mit der Pflege befassten Personen, in der Regel vornehmlich die nahen Familienangehörigen. Die durchschnittliche Dauer der Pflege eines erwachsenen Pflegebedürftigen beträgt acht bis neun Jahre. Bei Familien mit pflegebedürftigen Kindern ist der Zeitraum in der Regel noch länger, da die meisten Kinder und Jugendlichen bereits seit dem Säuglings- oder frühen Kindesalter pflegebedürftig sind. Eine lange Lebensphase ist damit für Kind und Familie geprägt von „Pflege“.
Der Tag der Pflegenden gibt daher auch Anlass, die Arbeit pflegender Angehöriger zu unterstreichen und allen Pflegenden Danke zu sagen. Er soll die Pflegenden auch daran erinnern, auf ihre eigene Gesundheit und eigene Bedürfnisse zu achten. Entlastungsmöglichkeiten sind vom Gesetzgeber ausdrücklich in der Pflegeversicherung vorgesehen und können in Anspruch genommen werden. Unter anderem Pflegestützpunkte und die Pflegekassen geben Auskunft zu allen Fragen rund um die Pflegeversicherung.
*Pflegestatistik 2007 des Statistischen Bundesamtes – Pflege im Rahmen der Pflegeversicherung – Deutschlandergebnisse Dezember 2007